Arbeiten 4.0: Neue Gefährdungen durch Digitalisierung am Arbeitsplatz?


Praktische Tipps für den besseren Umgang mit neuen Arbeitsmitteln


Höher, schneller, weiter – das ist das Credo vieler Unternehmen, um wettbewerbsfähig zu sein und auf dem Markt bestehen zu können. Neue digitale Technologien vereinfachen Arbeitsprozesse und erleichtern damit die Produktivitätssteigerung. Welche Gefahren und Risiken bedeutet der Einsatz neuer Arbeitsmittel für die Mitarbeiter? Und was heißt das für den Arbeitsschutz?


Antworten darauf gibt Andreas Haas. Er ist seit elf Jahren in der Arbeitsschutz-Branche tätig und Projektleiter für den Arbeitsschutz-Navigator.

Herr Haas, welche Auswirkungen hat Ihrer Meinung nach die Digitalisierung auf die Gesundheit der Mitarbeiter?

Neben der generellen Erleichterung des Arbeitsalltags kann die Digitalisierung leider für Mitarbeiter auch eine größere Belastung bedeuten. Im Kern geht es um diese Themen:

  • Psychische Belastung durch digitale Kommunikation: Zeit- und ortsunabhängig zu kommunizieren gehört mittlerweile zum Alltag. Schnell ergibt sich das Gefühl permanent erreichbar sein zu müssen oder mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Vermehrtes Arbeiten im Homeoffice kann zur Isolation des Einzelnen führen. Arbeitsschutz

  • Körperliche Schäden durch monotone Tätigkeit: Zu viel Bildschirmarbeit kann zu Muskel-Skelett-Erkrankungen führen. Auch längeres Arbeiten in der virtuellen Welt, bekannt als „Virtual Reality“, kann belastend sein. So sind Hilfsmittel wie Datenbrillen, zum Beispiel bei Wartungsarbeiten oder als Unterstützung bei medizinischen Diagnosen, nicht für den dauerhaften Einsatz geeignet.

  • Stress durch Unsicherheit im Umgang mit neuen Technologien: Der Einsatz von Robotern ist für viele fremd, sogar ein Gefühl des Konkurrenzdrucks kann entstehen. Das Bedienen komplexer digitaler Geräte ist oftmals eine Herausforderung und wirkt sich negativ auf das Selbstwertgefühl und die Arbeitszufriedenheit aus.

Was empfehlen Sie zur Vermeidung dieser Probleme?

Arbeitswelt 4.0 heißt auch Arbeitsschutz 4.0. Daher sollte jedes Unternehmen Arbeitsschutz neu denken und leben. Im Wesentlichen geht es darum Mensch, Organisation und Technik als GANZES zu betrachten. Dies sind meine 3 praktikablen Tipps für modernen Arbeitsschutz:


  • Rahmenbedingungen für den Umgang mit digitalen Kommunikationsmitteln schaffen: Eindeutige Vereinbarungen im Hinblick auf die Dauer der Nutzung, Regelung der Arbeitszeiten und Ruhepausen schaffen Struktur - insbesondere für Mitarbeiter im Homeoffice.

  • Die gesunde Nutzung moderner Technologien in den Vordergrund stellen: Gemeinsames Erarbeiten von Handlungshilfen unter Einbindung der Arbeitsschutzbeauftragten, Arbeitsmediziner und Mitarbeiter. Beispielsweise Bereitstellung gesundheitlich adäquat ausgestatteter Arbeitsplätze oder die Organisation abwechslungsreicher Tätigkeiten.

  • Mitarbeiter für die Arbeitswelt 4.0 qualifizieren: Eine rechtzeitige Einbindung der Mitarbeiter auf bevorstehende Veränderungen im Hinblick auf den Einsatz neuer Technologien reduziert die Hemmschwelle. Umfassende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen qualifizieren die Mitarbeiter im Bedienen neuer Technologien und sollten permanent fortgeführt werden. Ein regelmäßiger Austausch über Wissen und Erfahrungen fördert nicht nur den Teamgeist und stärkt die Kompetenz der Mitarbeiter, sondern kann auch zur Optimierung von Arbeitsprozessen führen.

Fazit: Die Digitalisierung wird sich permanent weiterentwickeln. Daher ist ein guter Arbeitsschutz auch vorausschauender Arbeitsschutz. Im Idealfall unter Einbindung der Mitarbeiter.

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