• Andreas Haas

Arbeiten in Zeiten von Corona: Krise als Chance nutzen

Aktualisiert: Mai 26


Entwicklung nachhaltiger Maßnahmen im betrieblichen Arbeitsschutz



Covid-19 stellt derzeit jeden vor große Herausforderungen – sowohl im privatem Bereich als auch im Berufsleben. In jeder Krise stecken aber auch Chancen. Das haben bereits historische Pandemien wie die Pest gezeigt. Aufgrund der hohen Sterblichkeit fehlten in der für den Lebenserhalt notwendigen Landwirtschaft wichtige Arbeitskräfte. Um die Versorgung seines Volkes sicherzustellen, erließ der König von England 1349 erstmals ein Arbeitsgesetz, dass Männer und Frauen zur Arbeit verpflichtete – übrigens schon damals bis zu einem Alter von 60 Jahren. Auch andere europäische Nationen erkannten die Chance und führten das Arbeitsgesetz in ihrem Land ein.

Wie die Pandemie jetzt auch für eine nachhaltige Entwicklung im betrieblichen Arbeitsschutz genutzt werden kann und welche Vorteile die bisher eingeführten Maßnahmen mit sich bringen, darüber informiert Andreas Haas. Er ist seit zehn Jahren in der Arbeitsschutz-Branche tätig und Projektleiter für das Human System Arbeitsschutz-Navi.

Herr Haas, wie ist derzeit die Stimmung in den Unternehmen?

In fast allen Gesprächen mit meinen Kunden höre ich eine große Sorge bei dem Thema „Arbeiten in Zeiten von Corona“ heraus. Der Schutz der Mitarbeiter am Arbeitsplatz hat höchste Priorität und Corona erfordert neue Maßnahmen. Ich freue mich, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales das Thema ernst nimmt und kürzlich den Arbeitsschutzstandard COVID 19 vorgestellt hat.

Welche Vorteile bringen die vielen neuen Arbeitsschutzmaßnahmen mit sich?

Die neuen Anforderungen ermutigen uns zu neuen Denkweisen und beschleunigen Änderungsprozesse. Bis vor kurzem wäre es für viele undenkbar gewesen von zu Hause zu arbeiten. In kürzester Zeit haben zahlreiche Unternehmen ihre Mitarbeiter Homeoffice-tauglich gemacht. Fast jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland arbeitet aktuell von zu Hause. Abgesehen von einer besseren Work-Life-Balance bedeutet das aus Arbeitsschutz-Aspekten eine geringere Ansteckungsgefahr oder auch weniger Unfälle durch wegfallende Fahrten zum Arbeitsplatz.

Denken Sie, dass die neuen Arbeitsschutzmaßnahmen auch nach Corona noch gelten werden?

Ich bin mir sicher, dass wir viele Maßnahmen nach Corona gar nicht mehr in Frage stellen werden. Ich denke zum Beispiel an ein deutlich stärkeres Hygienebewusstsein. Eine gute Handhygiene, das Reinigen und Sauberhalten des Arbeitsplatzes sowie stärker frequentierter Bereiche ist für viele von uns selbstverständlich geworden. Die Maßnahmen sind nachhaltig. Sie werden später als permanente Prophylaxe zu unserem Alltag dazu gehören.

Reichen die Maßnahmen aus oder sehen Sie noch weiteres Potential?

Grundsätzlich bringt jede Krise auch Chancen mit sich. Daher sollten wir die Zeit nutzen, um Ideen für neue Arbeits- und Denkweisen zu entwickeln. Eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten beispielsweise könnte besonders in Unternehmen mit zahlreichen Beschäftigten dazu beitragen, dass sich weniger Kollegen am gleichen Ort begegnen. Zudem würde es die Kinderbetreuung für Mitarbeiter mit kleinen Kindern erheblich erleichtern.

Aktuell stelle ich auch einen kulturellen Wandel im Umgang miteinander fest. Meiner Meinung nach sollten wir darauf aufbauen. Denn mehr Solidarität und ein achtsamer Umgang mit den Kollegen, wie auch mehr Sorgfalt mit sich selbst, sind eine gute Basis für einen nachhaltigen Arbeitsschutz.


Für weitere Fragen und Anregungen senden Sie uns bitte eine E-Mail an: info@arbeitsschutz-navi.de. Wir freuen uns darauf.


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