• Andreas Haas

Mehr als 1 Million Arbeitsunfälle kosten Unternehmen viel Geld


Arbeitsschutz leben und Mehrkosten vermeiden: 5 Tipps für Unternehmen



2019 gab es in Deutschland ca. eine Million meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle, die eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder den Tod zur Folge hatten. Damit liegt die Zahl ähnlich hoch wie im Vorjahr. Deutlich gestiegen jedoch, um 6,9 Prozent, ist der Aufwand für Entschädigungsleistungen an Unfallverletzte, Berufserkrankte und Hinterbliebene, beispielsweise in Form von Heilbehandlungen oder Rehabilitationsmaßnahmen. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Arbeitsunfallstatistik 2019, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gerade veröffentlicht hat. Die Folge: Mehr Kosten für die Unternehmen durch höhere Jahresbeitragszahlungen an die Berufsgenossenschaften.

Wie können Unternehmer*innen zur Unfallvermeidung in ihren Betrieben beitragen und wie können sie ihre Kosten unter Kontrolle halten? Darüber informiert Andreas Haas. Er ist seit elf Jahren in der Arbeitsschutz-Branche tätig und Projektleiter für das HUMAN SYSTEM Arbeitsschutz-Navi.

Herr Haas, inwiefern haben Unternehmen mit Mehrkosten zu rechnen?

Die Beiträge der Berufsgenossenschaften (BG) werden ausschließlich durch die Unternehmen finanziert. Höhere Aufwendungen der BGs werden jährlich nachträglich auf alle Unternehmen umgelegt. Gemessen an der Unfallhäufigkeitsquote kann das für einzelne Firmen einen Zuschlag von bis zu 30 Prozent des Grundbeitrages ausmachen.

Noch teurer wird es bei sehr hohen Unfallzahlen bestimmter Branchen. Diese können mit einem eigenen Gefahrtarif versehen werden und die Beiträge können sich auch schon einmal verdoppeln.

Welche Branchen sind am stärksten davon betroffen?

Die meisten Unfälle passieren im Baugewerbe, der holz- und metallverarbeitenden Industrie, der Nahrungsmittelindustrie sowie in der Transportwirtschaft. Akut davon betroffen sind die Zimmereien. Aufgrund der der aktuell sehr hohen Unfallhäufigkeitsquote müssen sie einen nahezu doppelt so hohen Beitrag an die BG Bau zahlen.

Was raten Sie Unternehmer*innen zu tun?

Grundsätzlich sollten alle Unternehmer*innen betrieblichen Arbeitsschutz sehr ernst nehmen. Wir stellen gerade in kleineren Betrieben fest, dass es hier keine konkrete Aufgabenverteilung gibt. So ist es leider auch nicht verwunderlich, dass die meisten Unfälle mit tödlicher Folge in Betrieben mit bis zu 49 Mitarbeiter*innen passieren.

Haben Sie Tipps zur leichteren Umsetzung?

1. Erstellen einer Gefährdungsbeurteilung, inklusive konsequenter Umsetzung der definierten Schutzmaßnahmen

2. Erstellen und Bekanntmachen von Betriebsanweisungen

3. Regelmäßige Durchführung von Unterweisungen

4. Erstellen von Prozessen für Notfälle und Erste Hilfe, Information an alle Mitarbeiter

5. Konsequentes Einhalten der Prüfpflichten für verwendete Arbeitsmittel

Fazit:

Ich empfehle allen Unternehmer*innen in den Arbeitsschutz zu investieren. Denn jede Investition lohnt sich mehrfach: zur Förderung und dem Wohl der Mitarbeiter, der Vermeidung von höheren Kosten aufgrund von Unfällen und schließlich auch dem Renommee!

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