• Andreas Haas

Unfälle mit Leitern häufigste Unfallart auf Baustellen


Top-3-Tipps für einen sicheren Umgang mit Leitern



Jedes Jahr stürzen tausende Beschäftigte bei baulichen Einrichtungen in die Tiefe. Unfälle mit Leitern und Trittleitern zählen mit rund 30 Prozent zu den häufigsten Unfallarten. Schwerwiegende Verletzungen sind meist die Folge und bedeuten oftmals einen längeren Arbeitsausfall, in einigen Fällen enden die Stürze sogar tödlich. Dies ist das Ergebnis einer Statistik, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zum Arbeitsunfallgeschehen 2018 ermittelt hat.


Andreas Haas ist seit zehn Jahren in der Arbeitsschutz-Branche tätig und Projektleiter für das Human System Arbeitsschutz-Navi. Im Interview informiert er über die häufigsten Unfallursachen und gibt drei einfache Tipps zum sicheren Umgang mit Leitern.


Herr Haas, sind die meisten Unfälle mit Leitern auf Materialfehler zurückzuführen oder gibt es andere Gründe? Die wenigsten Unfälle sind auf Materialfehler zurückzuführen. Meiner Erfahrung nach geschehen sie zumeist aufgrund von unsachgemäßem und sicherheitswidrigen Verhalten durch die Mitarbeiter.


Was sind Ihrer Meinung nach die häufigsten Fehler im Umgang mit Leitern? Meistens geht es schon mit dem falschen Aufstellen der Leitern los. Unebene oder rutschige Untergründe sorgen schon vor Beginn der Leitertätigkeiten für eine unsichere Arbeitsumgebung. Auch seitliches Hinauslehnen trägt in vielen Fällen zu Unfällen bei. Sehr oft werden auch ungeeignete Leitern, zum Beispiel zu kurze Leitern, verwendet.


Wie lauten Ihre drei wichtigsten Tipps für einen sicheren Umgang mit Leitern?

1. Die für den jeweiligen Arbeitseinsatz geeignete Leiter wählen:

Sie dürfen nicht zu kurz sein. Auch sollten Stehleitern nicht als Anlegeleiter eingesetzt werden. Und Arbeiten auf Treppen oder im Gefälle erfordern zum Höhenausgleich zusätzliche Sicherungsmaßnahmen.

2. Sicherstellen, dass die Leiter einen stabilen Stand hat: Die Füße der Leiter müssen sicher auf dem Boden stehen. Anlegeleitern dürfen nicht zu steil oder zu flach gegen die Wand gestellt und müssen gegen ein Wegrutschen gesichert werden.

3. Für einen sicheren Stand auf der Leiter sorgen: Der Mitarbeiter sollte nicht auf den obersten beiden Sprossen stehen, sich nicht strecken oder seitlich hinauslehnen. Und sehr oft wird noch etwas ganz Wichtiges vergessen: Die Leiter ist kein Dauerarbeitsplatz. Der Mitarbeiter sollte pro Tag nicht länger als zwei Stunden auf der Leiter arbeiten, da Ermüdung und Konzentrationsverlust sonst die Folge sind.


Grundvoraussetzung, um Leitern überhaupt einsetzen zu können, ist eine regelmäßige Leiterprüfung (jährlich) und die entsprechende Kennzeichnung der Leitern. Nur geprüfte und sichere Leitern dürfen für die Arbeit eingesetzt werden.

Für weitere Fragen und Anregungen senden Sie uns bitte eine E-Mail an: info@arbeitsschutz-navi.de. Wir freuen uns darauf.


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